PRESSEMITTEILUNG

Bad Hindelang, 27. September 2020

Schwandke wird mit einem einzigen Wurf Bayerischer Meister

Die Wettkampfsaison 2020 verlief für den Hammerwerfer Tristan Schwandke alles andere als rund. In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio erzielte er bereits Anfang des Jahres Trainingsweiten jenseits der 75-Meter-Marke und warf bereits im ersten Wettkampf in St. Gallen 73,23 Meter. Besser hätte es nicht laufen können, hätte da nicht die Corona-Krise alle Pläne von heute auf morgen zunichte gemacht. Viermal ist der Athlet vom TV-Hindelang über einen Zeitraum von einem halben Jahr zum Wettkampf angetreten. Vier Starts, vier Siege und den Deutschen Meistertitel. Alles perfekt sollte man glauben. “Perfekt”, gibt Tristan deutlich zu verstehen, “sieht völlig anders aus”. Denn der Lockdown sperrte den Zugang zu allen Trainingseinrichtungen und ám Ende sollte es noch schlimmer kommen, denn kurz vor den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig, die erstmals ohne Publikum stattfanden, verletzte sich Schwandke am Rücken. Diese Verletzung begleitete ihn bis zu den Bayerischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Erding. Vor dem Start fühlte er sich gut, auch der Rücken schien mitzuspielen.

Zwei Einwürfe um die 72 Meter stellten sehr gute Weiten in Aussicht. Was niemand der Zuschauer wusste, beim zweiten Wurf brach die alte Rückenverletzung unverhofft wieder auf und Tristan musste überlegen, ober er überhaupt in den Wettkampf einsteigt. “Einer geht immer”, dachte er, bestärkt durch seine Erfahrungen während der Deutschen Meisterschaften. Und in der Tat katapultierte er sich mit für ihn zwar bescheidenen 68,07 Metern vor Alexander Attila Gleixner (45,68 Meter) und  Armin Beham (42,92 Meter) auf Platz eins. “Dem Tüchtigen steht das Glück zur Seite,” sagte er während der Siegerehrung im nahezu menschenleeren Stadion. Jetzt will er erst einmal pausieren, die Verletzung endgültig auskurieren und sich in einer hoffentlich Corona freien Zeit intensiv auf die Olympischen Spiele vorbereiten. “Die Saison war durch die Unterbrechungen und meine gesundheitlichen Probleme sehr lang und anstrengend. In Erding wollte ich nichts mehr riskieren. Mit meinen Trainern habe ich jetzt ein Rekonvaleszenzprogramm erarbeitet, um mich anschließend auf die olympische Saison in einem physisch und psychisch perfekten Zustand vorzubereiten.”

 

Dramatisches Hammerwurf-Finale Deutsche Leichtathletikmeisterschaften Braunschweig 2020

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Bad Hindelang, 10. August 2020

Tristan Schwandke verteidigt Deutschen Meistertitel erfolgreich

Mit 73,23 Metern zum Saisonauftakt und Trainingsweiten zwischen 74 und 75 Metern schien für den Athleten vom TV Hindelang  der Titel so ziemlich sicher. Denn aktuell wirft kein anderer deutscher Hammerwerfer in diesem Weitenbereich. Doch vor Gericht, auf hoher See und im Sport ist so ziemlich alles vorstellbar und möglich. Drei Wochen vor den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig am 8. und 9. August verletzte sich Tristan so, dass er zwei Wochen komplett aussetzen musste und bis zum Wettkampf am letzten Samstag und drei Trainingseinheiten in Schonhaltung absolvieren konnte. Das Gefühl für den Hammer war ebenso wie der Rhythmus beim Drehen innerhalb der kurzen Zeit nicht wieder abzurufen. Weiten von 65 und 66 Metern ließen Zweifel aufkommen, ob ein Start überhaupt sinnvoll war, denn an eine Titelverteidigung war so überhaupt nicht mehr zu denken. Und auch eine Medaille war in weite Ferne gerückt.

 

Schwandke entschloss sich dennoch für eine Teilnahme an den publikumslosen “Geistermeisterschaften” im Braunschweiger Eintrachtstadion. Schwache Einwürfe und anschließende Weiten um die 66 Meter ließen nichts Gutes ahnen. Nachdem der erst 18-jährige Merlin Hummel ihn dann erstmals überholte, konnte Schwandke sich im 5. Wurf mit 68,74 auf Platz 1 positionieren; eine Weite, die jenseits seines üblichen Niveaus liegt, aber in diesem Wettkampf gar nicht so schlecht war. Im entscheidenden 6. Durchgang witterte Merlin Hummel seine große Chance auf den Meistertitel. Mit 69,53 Metern übernahm er jetzt klar die Führung. Was blieb, war der letzte Wurfe Schwandkes.

 

Nicht korrekt angedreht, den falschen Winkel erwischt, Fehler in der Rotation, ein Netzwurf oder einer jenseits des Sektors, die Möglichkeiten, jetzt den Titel abzugeben, waren so vielfältig wie die nervliche Belastung. Es gleicht der Aufregung des Elfmeterschützen im entscheidenden Moment des Spiels. Und neben den technischen Feinheiten muss am Ende natürlich auch die Weite stimmen. Für manch einen wäre bereits beim Betreten des Rings alles verloren gewesen; nicht so für Tristan. Konzentriert schaute er sich im Ring vor dem Start um, visierte die 70-Meter-Linie des Wurfsektors und setzte alles auf eine Karte. Dem Tüchtigen steht das Glück zur Seite, heißt es, in diesem Fall kamen Können, Routine und Glück zusammen. Mit souveränen 70,85 Meter holte sich Tristan Schwandke zum zweiten Mal in Folge den deutschen Meistertitel im Hammerwerfen und setzte so seine Erfolgsserie fort. Auf die Frage, ob er zufrieden gewesen sei, bezieht er klar Stellung:”Ich bin mehr als zufrieden. Mit meiner Verletzung und lediglich drei Trainingseinheiten im Vorfeld der Meisterschaften, war es für mich klar, dass ich in Braunschweig scheitern könnte, zumal mit Merlin Hummel und Fabio Heßling zwei Werfer am Start waren, die über 70 Meter werfen können, wenn auch noch keiner von ihnen 70,85 Meter geworfen hatte. Dass Merlin seine Chance mit Kühnheit nutzen würde, wusste ich. Ich machte mir aber vor dem letzten Wurf auch immer wieder bewusst, dass es an den vorgelegten 69,53 Metern nicht scheitern sollte; von einem so jungen Athleten jetzt einfach geschlagen zu werden, dass war einfach keine Option für mich. Insofern legte ich alles in den letzten Wurf, gewann Gold und bin trotz der bescheidenen Weite hochzufrieden. Jetzt konzentriere ich mich auf die Wiederherstellung meiner Gesundheit und denke, dass ich auch in diesem Jahr noch meine persönliche Bestleistung von 74,03 Metern steigern und dann in die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr gehen kann.”

Mit der Bayernflagge im Eintrachtstadion: Tristan Schwandke erkämpfte sich mit 70,85 Metern zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel im Hammerwerfen vor Merlin Hummel (69,53 Meter) und Fabio Heßling (67,05 Meter)

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Bad Hindelang, 13. Juli 2020

Perfekte Wurfserie im Vorfeld zur Deutschen Meisterschaft

 

Aufgrund der Corona-Krise musste der Bad Hindelanger Hammerwerfer und Deutsche Meister, Tristan Schwandke, lange auf den Saisonstart warten. Am vergangenen Wochenende aber war es dann endlich soweit und auf dem Terminplan standen gleich zwei Hammerwurf-Events: Das Internationale Bodensee-Leichtathletik-Meeting in St. Gallen (Schweiz) am 4. Juli und am darauffolgenden Tag das Traditions-Meeting “Werfen nach Musik” in Langenbrand im Schwarzwald, für das sich 77 Hammerwerfer angemeldet hatten.

 

Gleich zum Saisonauftakt konnte Schwandke zwei weitere Erfolge in seiner Karriere verbuchen. Mit 73,23 Metern holte er in St. Gallen souverän seinen ersten Sieg im laufenden Jahr. Damit lag er schon einmal 23 Zentimeter über jener Weite, die ihm im vergangenen Jahr zum Deutschen Meistertitel bescherte.

 

Nur einen Tag später gewann er in Langenbrand nach einer herausragenden Serie von Weiten über 71 Meter mit 72,60 Metern, die auch gleichzeitig den Stadionrekord bei den Männern bedeuteten.

Mit diesen Leistungen ist er aktuell nicht nur der beste Hammerwerfer Deutschlands, sondern auch klarer Favorit für die bevorstehenden Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig am 8. und 9. August. Zufrieden war der Hindelanger dennoch nicht, denn die Trainingsleistungen der letzten beiden Wochen ließen eine neue persönliche Bestweite geradezu als sicher erscheinen. Tristan: “Wahrscheinlich ist es ein Klagen auf sehr hohem Niveau; aber aufgrund meiner aktuellen Form war ich mir ziemlich sicher, dass an diesem Wochenende auch ein 75-Meter-Wurf möglich sein würde; aber im Sport ist alles möglich und meine Rückenmuskulatur hatte bereits am Freitag etwas zugemacht und so eine bessere Weite verhindert. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Jetzt fokussiere ich mich ganz auf die deutschen Meisterschaften und setze dort auf den großen Wurf.”

Im Vorfeld der deutschen Meisterschaften positionierte sich Tristan Schwandke in St. Gallen und Langenbrand als einer der Top-Anwärter auf den Titel.