Quelle: Team Deutschland / picture-alliance

 

Tristan Schwandke
(* 23. Mai 1992 in Würzburg, Bayern) ist ein deutscher Hammerwerfer und Maschinenbauingenieur. Er ist aktuell der beste Hammerwerfer in Deutschland. 2019, 2020 und 2021 wurde Tristan Deutscher Meister und ist seit dem 15. Mai 2021 Bayerischer Rekordhalter.

Tristan Schwandke wurde als einziges Kind von Elmo und Sabine Schwandke in Würzburg geboren. Beide Eltern sind dem Sport verbunden. Der Vater, Journalist, Autor und Fotograf, war aktiv in der Leichtathletik, im Gewichtheben und im Karate. Die Mutter, Sport- und Gymnastiklehrerin, wurde 1987 Deutsche Vizemeisterin im Bodybuilding in Hannover.

Tristan kam mit dem Sport im Allgemeinen bereits als Kleinkind früh in Berührung. Angefangen von Mutter-Kind-Turnen über Kinderleichtathletik bis über Klettern, Wandern und Skifahren.

Nach dem Ende der Grundschule in Kürnach, zog Tristan Schwandke zusammen mit seinen Eltern nach Bad Hindelang ins Allgäu. Dort besuchte er von 2002 bis 2011 da neunstufige Gymnasium in Sonthofen und machte dort das Abitur im März 2011. Anschließend nahm Tristan Schwandke das Studium des Maschinenbaus an der Hochschule in Kempten und machte dort im Jahr 2017, während seines Leistungssports, den Bachelor im Maschinenbau (B.Eng.).

Sportliche Erfolge
Seit 2002 ist Tristan Schwandke Mitglied des TV Hindelang 1893 e.V. Dort begann er zunächst, unter der Führung Josef Zillibillers, des Vereinstrainers und Entdecker des Hammerwurftalents Tristan Schwandke, mit dem Mehrkampf. Tristan war schon frühzeitig ein sehr fleißiger und akribisch arbeitender Sportler, der bereits in jungen Jahren viel alleine trainierte und nach Erfolgen strebte. Durch seinen damaligen Vereinstrainer Josef Zillibiller wurde Tristan mit der Disziplin Hammerwurf vertraut gemacht. Schon nach kurzer Zeit wurde er zum Shootingstar im Hammerwurf und erzielte die ersten großen Erfolge für den TV Hindelang. Die, für Ihn (im Alter von fünfzehn Jahren), erste Medaille (Bronze) bei den Deutschen Meisterschaften der U18 in Ulm 2007, war der Startschuss für seine Karriere als Leistungssportler.

2009 wurde Schwandke das erste Mal Deutscher U18-Jugendmeister in Rede. Deutscher Jugendmeister war er zudem von 2008 bis 2011, sowohl im Sommer als auch im Winter. Er gewann insgesamt 12 Medaillen bei deutschen Jugendmeisterschaften. 2009 nahm er an den U18-Weltmeisterschaften in Brixen (Italien), sowie 2010 bei den U20-Weltmeisterschaten in Moncton (Kanada) teil. 2011 konnte Tristan Schwandke seinen bis dato größten Erfolg, mit dem 7. Platz bei den U20-Europermeisterschaften in Tallinn (Estland) mit dem 6kg Wurfhammer, erreichen. In diesem Jahr gewann er auch den Deutschen Titel in der U20 mit 72,70 Metern.

Außerdem ist Schwandke mehrfacher Allgäuer und Schwäbischer Rekordhalter in der Disziplin Hammerwurf. 

Seine Erfolge für den TV Hindelang trugen maßgeblich dazu bei, dass der Verein Hammerwurf-Stützpunkt Bayerns wurde und in Folge dessen eine professionelle Hammerwurfanlage gebaut wurde.

2018 gelang es Tristan in Dischingen zum ersten Mal Internationaler Deutscher Meister im Rasenkraftsport zu werden, nachdem er 2017 in Fränkisch-Crumbach noch den dritten Platz belegt hat. Der Rasenkraftsport ist ein 3-Kampf aus Gewichtwurf (12.5kg), Steinstoßen (15kg) und dem Hammerwurf (7.26kg). Außerdem krönt Tristan Schwandke seine herausragende Saison mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Deutschen Leichtathletik Meisterschaften 2018 in Nürnberg. Dort verbesserte er bis dato seine persönliche Bestleistung auf 70,88m.

2019 steigerte sich Tristan beim Spitzenleichtathletikmeeting in Luzern um über drei Meter auf 74,03 m und wurde im Rahmen der Finals in Berlin zum ersten Mal Deutscher Meister. Wenige Tage später kam er bei der Team Europameisterschaft in Bydgoszcz (Polen) mit der Mannschaft auf den Silberrang, wozu er mit einem 7. Platz im Einzel beitrug.

2020 ein, durch die Corona-Pandemie geprägte Saison, war für Tristan Schwandke trotz einer Rückenverletzung kurz vor den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig dennoch sehr erfolgreich. Er gewann in einem dramatischen Finale im letzten Versuch seinen zweiten DM Titel mit 70,85 Meter. Die Olympischen Spiele in Tokio wurden aufgrund von Corona um ein Jahr verschoben.

2021 konnte Tristan den 25 Jahre alten Bayerischen Rekord mit 74,25 m bei den Halleschen Werfertagen am 15. Mai um neun Zentimeter überwerfen. Der Bayerischen Rekord wurde 1996 erstmals und 1997 nochmals bestätigt, von Alexander Sporrer aufgestellt.

Auszeichnungen

Auszeichnungen erhielt Tristan durch den Bayerischen Leichtathletik Verband für herausragende Leistungen insbesondere für die Jahre 2011 bis 2013 und 2018 bis 2019. 

Außerdem wurde Tristan Schwandke der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten für die “Beste Leistung” bei den Bayerischen Meisterschaften Männer und Frauen 2019 verliehen. 

Beruflicher Werdegang

Tristan Schwandke arbeitet seit 2018 am Forschungszentrum Allgäu im Bereich Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren der Hochschule Kempten, dieser nun seit Sommer 2020 als IFM (Institut für Fahrerassistenz und vernetzte Mobilität) in Benningen fungiert. Dort arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter. In seiner Forschungsarbeit für seinen Bachelorabschluss analysierte er die Abhängigkeit der Stressentwicklung eines Fahrers von den fahrdynamische Parametern des Fahrzeugs. Dabei untersuchte er, wie sich der Stress des Fahrers, aufgrund von Fahrzeugreaktionen, bei bestimmten Fahrmanövern entwickelt. 

Seine Haupttätigkeit liegt im Bereich der Cockpitentwicklung für fahrdynamische Fahrsimulatoren.