PRESSEMITTEILUNG

Pressemitteilung 23. Mai 2021

Große Momente – überragende Weiten

Tristan Schwandke wirft bayerischen Rekord in Serie, katapultiert sich in die Weltspitze und nimmt weiter Kurs auf Tokio

Der 23. Mai 2021 wird in den Geschichtsbüchern des deutschen Hammerwerfens sicherlich einen festen Raum einnehmen. Und einem Athleten wird er ganz besonders in Erinnerung bleiben. Der zweifache Deutsche Meister und bayerische Rekordhalter Tristan Schwandke vom TV Hindelang feierte an diesem Tag während des Hammerwurfmeetings in Haßloch seinen 29. Geburtstag. Nach 18 Jahren Training sollte es ein ganz besonderer Tag für ihn werden. Bereits am 15. Mai hatte er beim Halleschen Werfermeeting mit einem Wurf auf 74,25 m den exakt ein Vierteljahrhundert gültigen bayerischen Rekord von Alexander Sporrer um 9 cm überworfen. Seit drei Jahren steigt die Leistungskurve bei Tristan kontinuierlich an. Dabei verlief die Geschichte seiner sportlichen Karriere nicht immer so, wie es sich der junge Maschinenbauingenieur vorgestellt hatte. Jene, die einst mit ihm gemeinsam auf Wettkämpfen gegeneinander antraten, haben fast ausnahmslos aus verschiedenen Gründen dem Leistungssport die Schulter gezeigt und sich von ihm verabschiedet. Verletzungen, familiäre Bindungen, mangelnde finanzielle Unterstützung und die geringe Wertschätzung gegenüber einer hochsensiblen und technisch anspruchsvollen Sportart, sind nur einiger der Gründe. Auch Tristan ist nicht immer frei von Zweifeln gewesen. Als Athlet, der fast täglich allein auf dem Bad Hindelanger Hammerwurfgelände anzutreffen ist, beim Krafttraining den “Einzelkampf” bevorzugt, Vollzeit arbeitet und “nebenbei” noch ein Fernstudium in Fahrzeugtechnik absolviert, sieht er sich Herausforderungen gegenübergestellt, von denen viele Leistungssportler noch nicht einmal gehört haben. Dass es im Winter im Oberallgäu bei minus 15° C und jeder Menge Neuschnee nicht immer leicht ist, sich für ein kräftezehrendes  Hammerwurftraining zu erwärmen, versteht sich von selbst; ein Wurfhaus, wie es die großen Vereine nutzen, gibt es hier nicht. Triebfeder eines solchen Engagements ist pure Leidenschaft und die Unterstützung von Personen, Sponsoren und Partner, denen er und die ihm kompromisslos vertrauen. Neben seinen Eltern – seine Mutter ist ausgebildete Sportlehrerin, sein Vater ist für das Kraft- und Gewichthebertraining verantwortlich – ist es das vor vier Jahren hinzugestoßenen Schweizer Trainer-Team, Wolfgang und Björn Kötteritzsch, das Tristans Entwicklung der letzten Jahre maßgeblich geprägt hat. Beide haben ihm mit hoher Fachkenntnis einfühlsam und nachdrücklich die Kernelemente einer erfolgreichen Hammerwurftechnik beigebracht und ihn für die Feinheiten der Bewegungsabläufe im Ring sensibilisiert. Und dies meist aus der Ferne per täglicher Videoanalyse und von Zeit zu Zeit auch vor Ort in Bad Hindelang oder im Schweizer St. Gallen. Dieses Umfeld, das von Vertrauen, Freundschaft und Passion für den Hammerwurfsport geprägt ist, hat Tristan Schwandke in den letzten Jahren reifen lassen und aus ihm einen fast perfekten Hammerwerfer gemacht.

Beim Hammerwurfmeeting in Haßloch wurden die Anstrengungen jetzt mehr als belohnt. Seinen eigenen bayerischen Rekord vor 8 Tagen pulverisierte Tristan Schwandke mit jedem Wurf in Serie, bis er schließlich mit seinem sechsten und letzten sensationellen “Treffer” auf 76,71 m seinen helleschen Rekord um fast zweieinhalb Meter übertraf. Damit katapultierte sich der Bad Hindelanger Hammerwerfer auf Platz 23 der aktuellen Weltrangliste, schrieb sich in die ewige Bestenliste der deutschen Leichtathleten, positionierte sich in der Weltspitze und schaffte eine Weite, die hierzulande zuletzt 2013 erreicht wurde; eine ganze deutsche Hammerwurfgeneration liegt dazwischen. Zur Norm für die Teilnahme an den Olympischen Spielen fehlen ihm jetzt gerade noch 79 cm. Am kommenden Wochenende will Tristan bei den Team-Europameisterschaften der Leichtathletik im polnischen Chorzów diese Differenz ausgleichen; eine Woche später folgen am 5. Juni die deutschen Leichtathletikmeisterschaften im niedersächsischen Braunschweig. Zu keinem Zeitpunkt ist er besser in Form gewesen – nichts ist unmöglich.

Pressemitteilung 17. Mai 2021

Tristan Schwandke knackt 25 Jahre alten Bayerischen Rekord

Der 28-jährige Hammerwerfer vom TV Hindelang untermauerte bei den renommierten Halleschen Werfertagen an diesem Wochenende seinen Führungsanspruch unter den deutschen Hammerwerfern und positionierte sich im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio auch international ausgezeichnet. In Deutschland wirft er im dritten Jahr in Folge ungeschlagen; und auch in Halle an der Saale, das jedes Jahr zum Treffpunkt der Werfereliten avanciert, blieb er der Herr aller Ringe. Seine herausragende Wurfserie in Halle – zwei Würfe über der 73-Meter-Marke und der dritte mit 74.25 Metern – bringt den Athleten einen deutlichen Schritt weiter auf seinem Weg in Richtung Tokio. Schwandkes Weite bedeutete nicht nur den ersten Platz, sondern auch eine neue persönliche Bestweite. Und das Allerbeste zum Schluss: mit 74,25 Metern warf er neuen bayerischen Rekord und löste den alten von Andreas Sporrer im Jahr 1997 aufgestellten nach 24 Jahren ab. Der frischgebackene bayerische Rekordhalter gibt sich nach dem Wettkampf zuversichtlich: “Da geht noch deutlich mehr, meine Form stimmt zurzeit und ich entwickle mich kontinuierlich weiter. Ein paar Stellschrauben sind noch zu drehen und dann sollte es mir gelingen, auch international sehr weit vorn zu landen. Gleichzeitig steht für mich aber auch fest, dass eine sehr gute Form noch lange kein Garant für Siege oder eine Olympiaqualifikation ist. Ich bewahre mir immer auch ein Quäntchen Demut, denn im Sport liegen Sieg und Niederlage sehr eng beinander.” Sein Ziel, Tokio zu erreichen, stellt er damit natürlich nicht in Frage. In den kommenden Wochen geht es bis Ende Juni jedes Wochenende an den Start, in vierzehn Tagen zu den Team-Europameisterschaften nach Chorzów in Polen und am 5./6. Juni zu den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften nach Braunschweig. Am Ende wünscht sich Schwandke dann für die ganze Anstrengung mit einem Ticket nach Tokio belohnt zu werden.